01
Trump wird Venezuela verwalten
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Trumps Ankündigung einer direkten Verwaltung Venezuelas und der Einbeziehung amerikanischer Energieriesen zum „Wiederaufbau der Infrastruktur“ markiert eine Rückkehr zu kolonialen Modellen des Ressourcenmanagements. Die Märkte können eine scharfe Umverteilung von Öl-Assets erwarten: Chinesische und russische Verträge werden wahrscheinlich zugunsten von US-Firmen annulliert. Dies schafft ein langfristiges Risiko von Guerillakriegen und Sabotage an Infrastrukturobjekten, verspricht jedoch kurzfristig einen Zufluss von Investitionen in den amerikanischen Energiesektor.
02
FTSE knackt die 10.000, aber kein Grund zum Feiern
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Der Anstieg des britischen Index FTSE 100 über die psychologische Marke erklärt sich nicht durch reales Wirtschaftswachstum, sondern durch die Abwertung des Pfunds und die globale Inflation von Vermögenswerten. Die verborgene Logik deutet auf eine strukturelle Schwäche der britischen Wirtschaft hin: „Blue Chips“ (Shell, AstraZeneca) sind nach Weltstandards unterbewertet und werden zu Übernahmezielen. Investoren wird signalisiert, dass das Wachstum nominaler Kennzahlen eine Stagnation der Produktivität und fehlende Innovationen maskiert, was den britischen Markt anfällig für externe Schocks macht.
03
Russland und China könnten bei ihren Verbündeten in Caracas bleiben
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Geopolitische Analysen zeigen, dass der Sturz Maduros ein Schlag gegen das Prestige von Moskau und Peking ist, die Venezuela als Brückenkopf in der westlichen Hemisphäre nutzten. Ihre Reaktion wird jedoch höchstwahrscheinlich asymmetrisch sein: China könnte den Druck auf Taiwan erhöhen, und Russland könnte Aktionen in der Ukraine oder in grauen Zonen Europas intensivieren. Das Risiko eines direkten militärischen Zusammenstoßes ist gering, aber die Wahrscheinlichkeit von Cyberangriffen und hybriden Antworten auf die Infrastruktur der USA und ihrer Verbündeten (einschließlich Großbritanniens) steigt.
04
Regierung verbietet Israel-Boykotte durch Gemeinderäte
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London verschärft die Kontrolle über die Außenpolitik auf kommunaler Ebene und verbietet Gemeinderäten, sich der BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) anzuschließen. Diese Entscheidung zielt auf die Wahrung der strategischen Partnerschaft mit Israel und den Schutz britischer Unternehmen vor rechtlichen Risiken ab. Innenpolitisch ist dies ein Schritt gegen den linken Flügel der Labour Party und ein Versuch, die jüdische Wählerschaft zu konsolidieren, während gleichzeitig der Wirtschaft signalisiert wird, dass Handel Vorrang vor ideologischem Aktivismus hat.
05
Zehn Jahre nach dem Brexit: Wir sprechen wieder über Annäherung an Europa
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Im britischen Establishment bröckelt das Tabu, über die Folgen des Brexit zu diskutieren. Ein Modell „nach Schweizer Art“ (sektorale Abkommen) wird zur Senkung von Handelsbarrieren in Betracht gezogen. Dies ist das Eingeständnis, dass ohne Zugang zum Binnenmarkt Stagnation unvermeidlich ist. Für die Wirtschaft ist dies ein positives Signal für eine mögliche Harmonisierung von Standards, politisch jedoch ein Minenfeld für die Regierung Starmer, die riskiert, Wähler der „Red Wall“, die für den Austritt aus der EU gestimmt haben, zu verprellen.